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ローランド・ギリジケ
Eine Sammlung von Gedankensplittern, Meinungen und Informationshappen, hauptsächlich von meinem Twitter-Account. Hier finden sich hauptsächlich meine eigenen Gedanken.
Unter Zwerchfellfutter sammle ich Lustiges aus dem Netz, Gedankenfutter regt unterhaltsam zum Nachdenken an, Strömungen und Veränderungen der Gesellschaft sind in Gesellschaftsdynamik dokumentiert und Spannungen zwischen Mann und Frau in Geschlechterungerechtigkeit.
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July 27 2010
Was wäre, wenn?
Was wäre, wenn das Unglück von Duisburg nicht passiert wäre? Wenn die Verantwortlichen die Love-Parade nicht genehmigt hätten? Ich traue mich zu sagen, dann hätten wir einen ähnlichen Aufruhr, nur dass halt den Verantwortlichen was-weiß-ich-alles vorgeworfen worden wäre. Der Begriff "faschistoid" wäre wohl gefallen, "undemokratisch", "rückständig", vielleicht auch "menschenfeindlich" und "intolerant" und noch vieles mehr. Ja, in den Geschichtsbüchern finden sich halt keine Helden, die Unglücke durch bloße Verbote vermieden haben, sondern nur jene, die im Nachhinein die Sachen wieder gerade gebogen haben (auch wenn sie herzlich wenig dazu beigetragen haben, weil das eh von selbst passiert wäre).
Hätte ein Bürokrat vor dem 11.9. darauf bestanden, dass alle Cockpit-
Türen verstärkt worden wären und verschlossen zu halten sind, er wäre von dem starken Gegenwind der Fluglinien und der Pilotengewerkschaft von seinem Posten geweht worden. im Nachhinein ist man immer schlauer...
Hätte ein Bürokrat vor dem 11.9. darauf bestanden, dass alle Cockpit-
Türen verstärkt worden wären und verschlossen zu halten sind, er wäre von dem starken Gegenwind der Fluglinien und der Pilotengewerkschaft von seinem Posten geweht worden. im Nachhinein ist man immer schlauer...
Julias Loveparade Blog - Ein echter Augenzeugenbericht?
Angeregt durch eine Diskussion auf Twitter zwischen Armin Wolf und Miriam Sulaiman habe ich mir den angeblichen Augenzeugenbericht über das Unglück auf der Love-Parade in Duisburg näher angesehen und bin auf einige Ungereimtheiten gestoßen, die Zweifel an der Echtheit bzw. der Ehrlichkeit des Berichts aufkommen lassen können.
Da ist zunächst die zeitliche Abfolge, die durch den Bericht vorgegeben wird. Das Unglück geschah am Samstag Nachmittag, Julia wurde nach ihren Angaben ins Krankenhaus eingeliefert, unter starke Beruhigungsmittel gesetzt, bekam Schlafmittel, was den Schluss zulässt, dass sie zumindestens die Nacht im Krankenhaus verbracht hat. Oder sie wurde nach nur 4 Stunden in die Obhut ihrer Eltern übergeben, was ich für sträflichen medizinischen Leichtsinn halte, denn nach nur ein paar Stunden Beobachtung lassen sich wohl kaum innere Verletzungen durch die starke Quetschung ausschließen, die im Blog-Bericht beschrieben wird.
Am Sonntag hatte Julia ein anstrengendes Progamm, denn obwohl sie starke Schmerzen hatte, besuchte sie laut Blog nochmals den Unfallsort (der allerdings laut Medienberichten von der Polizei abgeriegelt worden war), suchte einen Seelsorger auf und fuhr nach Essen.
Und legte noch am selben Abend den Blog-User an und schrieb den über 9000 Zeichen langen Blog-Eintrag, was mir und wohl auch anderen Journalisten Einiges an Respekt abverlangt, denn alleine den Text zu tippen dauert wohl 2-3 Stunden. Der Blog-Eintrag wurde um 22 Uhr 22 veröffentlicht.
Ein starkes Mädchen, aber auch eine seltsame Persönlichkeit, die, statt sich im Kreise ihrer Familie Trost und Zusprache zu holen und sich in Ruhe von den körperlichen Strapazen des Unglücks zu erholen (Ganzkörper-Quetschungen sind schmerzhaft) lieber stundenlang hinsetzt und trotz körperlichen Schmerzen einen Blog-Eintrag verfasst.
Und dann am Montag Abend bis um halb zwei Uhr Nachts vor dem Blog sitzt und Kommentare händisch freischaltet. Auch wenn sie 22 Jahre alt ist, dass sich da die Eltern nicht mehr um sie kümmern?
Interessant auch, dass kritische Beiträge erst nach längerer Zeit freigeschalten werden, positive jedoch innerhalb weniger Minuten. Und wirklich ein ausgsprochen passender Zufall, dass noch um 1 Uhr 15 in der Nacht Jan K., ein nach eigenen Angaben guter Bekannter von Julia P., im Blog vorbeischaut, um gegen die kritischen Beiträge Partei zu ergreifen und Julias Geschichte zu bestätigen.
Natürlich kann das alles genau so passiert sein, auch dass Julia genau nur für diesen Bericht das Blog angelegt hat und nicht auf einem anderen Social-Network-Medium gepostet hat. Denn sie muss definitiv Erfahrung mit der Schreiberei haben, der Bericht ist sehr flüssig geschrieben und enthält viele emotionale Details, die sehr ergreifend formuliert sind, sodass der Anfang des Blog-Berichts eher aus einer Frauenzeitschrift stammen könnte als aus der Feder eines traumatisierten Opfers.
Auch dass das Blog-Profilfoto bisher noch nicht veröffentlicht worden ist, muss nichts zu sagen haben, genausowenig wie die Aussage, dass Julias Freundinnen das Blog mitlesen und es ihnen gut tut, wenn Julia ihre Erlebnisse schreibt. Und es ist verständlich, dass diese Freundinnen keine Kommentare abgeben, nicht mal auf die kritschen Kommentare auf die sich Julia rechtfertigen muss, denn sie wollen ihre Privatsphäre schützen.
Die Reaktionen anderer Leute auf die kritischen Kommentare sind auch nicht uninteressant. Sehr viel Zuspruch und grenzenloses Vertrauen in die Richtigkeit der Angaben. Denn es ist in der Geschichte des Internets ja noch nie vorgekommen, dass sich jemand selbst zum Opfer deklariert hat und jahrelang die anderen Internet-Mitleser hinters Licht geführt und teilweise sogar finanziell ausgenutzt hat...
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