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RolandGiersig

Was fehlt ist der Mut zu unpopulären Lernmethoden

Die Pisa-Studie hat eklatante Lernschwächen bei unseren Schülern gezeigt. Und jetzt wird viel darüber diskutiert, was denn nicht zu tun wäre, wo denn nicht mehr Geld gebraucht würde, wer denn nicht Schuld sei. Dabei wäre es relativ einfach.

Pauken. Stukken. Rechen-Schwächen? Das kleine Einmaleins aufsagen, im Chor, dann jeder Schüler einzeln, bis es sitzt. Lese-Schwächen? Die Schüler reiherum den Stoff aus den Lehrbüchern vorlesen lassen, dann andere Schüler den Stoff mit eigenen Worten nacherzählen lassen. Das wirkt, egal in welchem Fach.

Warum das nicht passiert? Das ist nicht sexy. Nicht hip. Das ist so "voriges Jahrhundert". Stattdessen lieber Frontalunterricht, die Schüler schlafen lassen, statt mit ihnen zu interagieren. Statt sie dazu zu bringen, sich den Stoff selbst gegenseitig beizubringen.

Warum es nicht passiert? "Da komm ich ja mit dem Stoff nicht durch..." Na und?! Hurra, wir haben den Stoff geschafft! Es kann zwar keiner was, aber wir haben den Stoff geschafft! Weil wir müssen den Stoff schaffen! Vielleicht liegt hier das eigentliche Problem? Alle schauen nur auf die Randbedingungen statt auf das Wesentliche?

Das oberste Ziel der schulischen Ausbildung, egal in welchem Fach, muss sein: bringen wir den Kindern bei, wie sie sich den Stoff selbst beibringen! Ein guter Lehrer muss den Stoff nicht können, der Stoff steht eh in den Büchern. Eine gute Lehrerin muss die Kinder im Griff haben, disziplinär und motivationsmäßig. Und mit ihnen Schritt für Schritt den Weg zum Selber-Lernen gehen.

Aber das, das steht in keinem Lehrplan...

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Schweinderl